Genussorte im Regierungsbezirk Mittelfranken

SPALT

Das gehört uns

Wer sehen will, wie Landwirtschaft eine Stadt prägte, muss nach Spalt kommen. In dem Genussort in Mittelfranken stehen noch immer Fachwerkhäuser mit Trockenböden für die Hopfenernte. Die Brauerei ist in kommunalem Besitz

GUTER RUF

Wann sollte man Spalt besuchen? Im Frühjahr, wenn die Kirschbäume blühen? Im Sommer, wenn die Hopfenpflanzen auf Klettertour sind? Aber dann würde der Besucher womöglich die Ernte der Löhrpflaume verpassen oder, noch später, den Weihnachtsmarkt. Jetzt hilft nur noch, Streichhölzer zu ziehen, schließlich gibt es außerhalb jeder Jahreszeit einen guten Grund, nach Spalt zu reisen: Bier.

Schon im Jahr 810 von Mönchen eingeführt, breiteten sich sowohl die Hopfenpflanze als auch die Bierherstellung in Spalt aus. Der Hopfen gedieh prächtig und erhielt 1538 das weltweit erste Hopfensiegel. Diese frühe Verbraucherschutzmaßnahme verhinderte, dass die Ware auf ihrem Handelsweg gestreckt oder anderweitig verfälscht werden konnte, und mehrte den guten Ruf des Spalter Hopfens.

Heute ist die „Stadtbrauerei Spalt“ deutschlandweit eine der letzten Brauereien in kommunaler Hand. Sie produziert 20 Biersorten nach eigenen Regeln: Für die Spalter Premiumbiere verwendet der Braumeister Spalter Hopfen, Malz und weiches Brauwasser aus dem eigenen Brunnen.

Lage

Spalt – mit knapp 5.000 Einwohnern und 29 Ortsteilen – liegt 50 Kilometer südwestlich von Nürnberg im Regierungsbezirk Mittelfranken in einer hügelreichen Landschaft, dem Fränkischen Seenland. Der Genussort im Landkreis Roth ist berühmt durch die Hopfensorte „Spalt-Spalter“, die dort wächst.

GANZ SCHÖN KREATIV (Bild oben links)

Uwe Schulz ist Diplom-Braumeister der Stadtbrauerei und experimentiert gern. Zum traditionellen Saumarktfest zum Beispiel, das an die Hopfenzupferzeit erinnert und in der Gänsgasse vor dem alten Veithaus gefeiert wird, kreiert er alljährlich ein Überraschungsbier, das immer wieder anders ausfällt. Dass es jedes Mal großartig schmeckt, beweisen die vielen Besucher, die es zu deftigem Essen am liebsten mögen. Die Stadtbrauerei produziert 20 Biersorten. Spalter Bier braucht seine Zeit, je nach Sorte fünf bis zehn Wochen.

HOPFENMUSEUM (Bild oben rechts)

Das Kornhaus, über 550 Jahre alt, war einst auch das Hopfenlager der Stadt. Seit 2015 beherbergt es die Tourismusinformation und das Museum HopfenBierGut. Das Museum bietet unter anderem Riechstationen, an denen Besucher Aromen erraten sollen, und zeigt an einem digitalen Biertisch, wie Spalter Hopfen mit der ganzen Welt vernetzt ist.

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