Genussorte im Regierungsbezirk Oberbayern

SCHROBENHAUSENER LAND

Wo der Spargel wächst

Ohne einen 1913 eingereisten Hessen wäre das Schrobenhausener Land wohl nicht das geworden, was es heute ist: das größte zusammenhängende Spargelanbaugebiet Bayerns mit exzellentem Ruf

HERKUNFT

Wenn ein Schrobenhausener in Bayern erzählt, wo er herkommt, hört er meist: „Ach ja, da wo der Spargel wächst!“ Die Verkaufsmenge der Region an Spargel beträgt in der Hauptsaison täglich um die hundert, in der gesamten Saison über 5.000 Tonnen. Für diese hohen Zahlen sorgt selbstverständlich das Umland, Schrobenhausen hätte gar nicht den Platz.

Die mittelalterliche Stadt besteht in historischen Grenzen, umgeben vom fast komplett erhaltenen und grün bewachsenen Stadtwall.

Der Vorreiter der Spargellandwirtschaft war ein Hesse aus Groß-Gerau: Christian Schadt verkaufte GerauerSpargel auf Wochenmärkten in Bayern. 1912 kaufte er Land in Schrobenhausen und baute dort ein Jahr später den hessischen Spargel an. Der gedieh so prächtig, dass weitere Landwirte das Gemüse anpflanzten. Heute ist das Schrobenhausener Land das größte zusammenhängende Spargelanbaugebiet Bayerns.

Im Mai findet vor dem Schrobenhausener Rathaus das „Spargelfest“ statt. Mit amtierender Spargelkönigin und weiterer Prominenz. Auch bayerische Kartoffel-, Weizen- sowie Weinköniginnen wurden beim Feiern gesichtet.

Lage

Schrobenhausen liegt zwischen Augsburg und Ingolstadt an der Paar, einem der wenigen nicht begradigten Flüsse Bayerns. Etwa sieben Kilometer vor der Stadt liegt das Wasserschloss Sandizellaus dem 18. Jahrhundert. Graf von Sandizell versorgte schon 1856 die Küche des Münchner Hofs mit Spargel.

KARTOFFEL (Bild oben links)

Jede fünfte bayerische Kartoffel kommt aus dem Schrobenhausener Land. Die Südstärke GmbH mit ihren 260 Mitarbeitern in Schrobenhausen und Sünching verarbeitet jährlich rund 600.000 Tonnen Kartoffeln zu 150.000 Tonnen Kartoffelstärke. Die Stärke wird für Nahrungsmittel, aber auch für die Papier- und Textilindustrie verwendet.

SPARGEL-SPEZIALISTEN (Bild oben rechts)

Der „Gasthof Stief“ in Schrobenhausen, auch bekannt als „Schimmelwirt“, bietet als Traditionslokal beste bayerische Hausmannskost. Sein Klassiker: Zum Spargel mit Kartoffeln und Butter gibt es hervorragenden Schinken aus eigener Metzgerei, der ältesten der Stadt. Die Schweine werden ausschließlich aus dem Paartal bezogen, die Rinder aus Bayern, natürlich mit Herkunftsnachweis. Der Familienbetrieb besteht seit 1875, und seit vier Generationen heißen die Männer „Jakob“.

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