Genussorte im Regierungsbezirk Oberbayern

FRASDORF

Die Höhenluft macht’s

Not kann erfinderisch machen: Weil sich die Frasdorfer mit Ackerbau in den Tallagen schwer taten, entwickelten sie für den Genussort in Oberbayern eine eigene Strategie mit außergewöhnlichen Produkten aus Höhenlagen

HOCH HINAUS

Weil sich das Chiemgauer Voralpenland mit reichlich Niederschlägen und den steinigen Böden nicht für den Ackerbau eignet, mussten die Frasdorfer eine Lösung finden: Probieren wir es halt weiter oben, sagten sie sich. Die Bauern begannen mit ihren Tieren auf die Wiesen auf der Höhe zu ziehen. Dort oben ist das Gras saftiger, die Kräuter sind würziger und die Früchte aromatischer. Die Entdeckung der Höhenlagen wurde zur Grundlage für eine bäuerliche Kulturlandschaft.

Almbauern liefern ihre Milch direkt in der Bio-Käserei „Anderlbauer“ ab, wo sie zu Schaf-, Kuh- und Ziegenkäse verarbeitet wird. Auch die „Edelbrandmanufaktur Guggenbichler“ setzt auf überlieferte Qualität: Für die Pflege der Streuobstwiesen wird auf den Einsatz von chemischen Mitteln verzichtet.

Wer hungrig vom Wandern wird, lässt sich in der Wirtschaft von Schloss Wildenwart verwöhnen. Dort verarbeitet Christoph Gelder Zutaten von Erzeugern wie der Bio-Gärtnerei „Irmgärtchen“ oder der „Ramslmühle“. Auch in der Frasdorfer Hütte und der Hofalm, beide auf rund 1.000 Metern Höhe gelegen, lässt es sich gut einkehren.

Lage

Die Gemeinde Frasdorf in Oberbayern zählt zur Priental-Region. Die Prien gehört mit rund 32 Kilometern zu den längsten Wildbächen im Alpenraum. Der Genussort mit seinen um die 3.000 Einwohnern liegt rund zehn Kilometer vom Chiemsee und 20 Kilometer von Rosenheim entfernt.

SEIN TRAUM (Bild oben links)

Schon als Bub träumte Johann Huber davon, Landwirt zu sein. Sein Traum ging in Erfüllung: Seit über 30 Jahren wird bei der Bio-Käserei „Anderlbauer” in Bio-Qualität produziert: „Wir verarbeiten die Milch schonend bei rund 63 Grad, unsere Käsespezialitäten werden von Hand geschöpft“, so Huber. Die Höhenlage sei ein Garant für die besondere Qualität. „Oben wirkt die Sonne viel intensiver, das Gras ist mineralreicher, und die Tiere sind an der frischen Luft in Bewegung“, schwärmt er. Dadurch bekomme die Milch eine kräftigere Farbe und einen intensiveren Geschmack.

MALERISCHES KLEINOD (Bild oben rechts)

Saftige Wiesen, ein hoher Himmel und das Panorama der Chiemgauer und Inntaler Berge – und mittendrin, auf einer Anhöhe nahe der Kirche St. Florian, die hübsche kleine Brunnenkapelle. Sie ist der Hl. Anna geweiht und wurde unweit der Straße von Frasdorf nach Wildenwart über einer heute versiegten Quelle errichtet.

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