Genussorte im Regierungsbezirk Oberpfalz

ETZENRICHT

Autark macht stark

Die kleine Gemeinde in der Oberpfalz ist ein Ort der Selbstversorger: Vieles von dem, was hier mit großer Liebe und Sorgfalt angebaut wird, genießen die Bewohner von Etzenricht auch vor Ort – gern auf einem der vielen Feste, die sie selbst ausrichten

STARKE TRUPPE

Klar, es gibt in Etzenricht auch einen Supermarkt. Die Autobahn nach Regensburg ist nahe, und sicher könnten die Bewohner auch Lebensmittel übers Internet bestellen. Müssen sie aber nicht, denn vieles, was die Küche braucht, wächst vor der Tür.

Wer verstehen will, wie das in Etzenricht mit der Selbstversorgung läuft, besucht am besten Hans Beutner. Der Landwirt besitzt einen ehemaligen Dreiseithof, den sein Ururgroßvater erbauen ließ. Auf 60 Hektar baut er Kohl, Rüben, Bohnen, Tomaten, Lauch, Zwiebeln und mehr an. Verkauft wird auch auf den Wochenmärkten im benachbarten Weiden und in Tirschenreuth.

Die Früchte der Natur sind in Etzenricht reichlich vorhanden. Da ist etwa auch noch die Fischzucht in den Teichen rund um den Ort. Außerdem gilt der Rapshonig als besonders lecker. Zu verdanken ist er der geschützten Lage im Weidener Becken. Die Vegetations-Verfrühung von etwa zwei Wochen und die Beschaffenheit des Bodens begünstigen den Anbau von Raps. So kann der Bienenflug früh beginnen – und damit auch die Produktion des Rapshonigs, auf den die Etzenrichter so stolz sind. Seit dem Mittelalter ist der Ort für guten Honig bekannt, etwa 120 Bienenvölker gibt es hier.

Lage

Etzenricht mit seinen 1.600 Einwohnern liegt bei Weiden im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, nördlich von Regensburg. Mit den Naturparks Fichtelgebirge, Steinwald und Oberpfälzer Wald bildet die Region ein grünes Band. Durch die abwechslungsreiche Landschaft führen der Haidenaab-Radweg und der Wanderweg „Goldene Straße“.

KRÄUTERMEISTER (Bild oben links)

Hans Beutner ist ausgebildeter Landwirt und Gärtner. 1989 übernahm er mit 28 Jahren den Gemüsebetrieb am „Beutnerhof“. Der heute 58-Jährige war unzufrieden mit den Vertriebswegen der „normalen“ Landwirtschaft und hat mit viel Energie und Verständnis für bewährte Anbaumethoden seinen Hof auf Direktvertrieb umgestellt. Er versorgt Etzenricht und das Umland mit 35 verschiedenen Obst- und Gemüsesorten – über den eigenen Hofladen und über Wochenmärkte.

RHYTHMUS DER NATUR (Bild oben rechts)

Im Hofladen des „Beutnerhofs“ im Ortskern von Etzenricht gibt es saisonales Gemüse und Obst. Sechzig Hektar Ackerland werden hier bewirtschaftet – viel Platz für eine große Bandbreite an Sorten, von Fenchel über Kohl bis Peperoni. Beim Hoffest am letzten Sonntag im September lassen sich die Spezialitäten gut verkosten.

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