Genussorte im Regierungsbezirk Oberfranken

COBURG

Museum für Genießer

Die schöne Stadt Coburg ganz im Norden Bayerns ist eines der modernsten Wirtschaftszentren der Region – und gleichzeitig ein begeh- und schmeckbares Museum, das die Geschichte von Jahrhunderten erlebbar macht

KAMPFKOST

„Living History“, gelebte Geschichte, ist heute populär. So nennt man es, wenn Menschen sich als Germanen, Römer oder Ritter verkleiden. In der Stadt Coburg passiert dies seit 2002 immer im Juli. Auf der Veste Coburg stellen sie das Leben der Zeit nach. Nach dem Fechten können Teilnehmer schlemmen wie schon die Vorfahren. Drei historische Spezialitäten warten in der exzellent erhaltenen Altstadt auf sie.

Da ist zum einen die legendäre Coburger Bratwurst. Mit diesem historischen Happen überstehen Musketiere und Marketender die erste Schlacht, aber dann wird es Zeit für die nächste Coburger Spezialität: den „Rutscher“. Die Klöße rutschen durch ihren großen Anteil an gekochten Kartoffeln gern auf dem Bratenteller hin- und her.

Dringend nötig, um die „Living History“-Arbeit weiterzuführen, sind die „Schmätzchen“, feine Honigplätzchen der 1892 von Bäckermeister Wilhelm Feyler gegründeten Feinbäckerei.

Geschichte nachstellen, erleben und dabei dank der drei historischen Spezialitäten gut speisen – das gelingt so wohl nur in Coburg, dem vielleicht leckersten Museum Deutschlands.

Lage

Der Genussort in Oberfranken mit seinen vielen historischen Bauten liegt ganz im Norden Bayerns an der Landesgrenze zu Thüringen. Thüringer Wald und Frankenwald sind von hier aus gut erreichbar. Mehrmals täglich hält der ICE der neu ausgebauten Strecke München-Berlin.

PILGERSTÄTTE (Bild oben links)

Claudia Hartan ist die Obfrau der Bratwurstbrater, die auf dem Marktplatz für den Erhalt einer Tradition sorgen. Das machen sie so gut, dass sie heute als „kulinarisches Erbe Bayerns“ gelten. Ihr Grundsatz: „Die Original Coburger Bratwurst wird nicht vorgebrüht. Sie kommt roh auf den Rost und muss noch am selben Tag verarbeitet werden.“

GESCHICHTE (Bild oben rechts)

Was macht die Coburger Bratwurst so speziell? Das Rezept ist bis zum Jahr 1485 nachweisbar. Die Wurst besteht aus Schweinefleisch und mindestens 15 Prozent Rindfleisch, dazu kommen rohe Eier, Salz, Pfeffer, Muskat und Zitrone – und keine Geschmacksverstärker! Umgeben ist sie vom sogenannten Bändeldarm. Zum Anbraten nutzt man trockene Kiefernzapfen. Eine Coburger Bratwurst muss im rohen Zustand 31 Zentimeter messen – die Länge des Gegenstands, den die Figur des heiligen Mauritius, des Stadtpatrons, auf dem Rathausgiebel hält.

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