Genussorte im Regierungsbezirk Mittelfranken

ROTHENBURG OB DER TAUBER

Schlafende Schönheit

Von dieser Stadt können wir viel lernen – zum Beispiel Gelassenheit. Nach dem Dreißigjährigen Krieg versank Rothenburg in Mittelfranken in eine Art Dornröschenschlaf und erhielt sich so seine mittelalterliche Schönheit – plus einiger Rezepte, die heute noch unsere Gaumen erfreuen

WEG ZUM ERFOLG

Im Dreißigjährigen Krieg wollte Feldherr Tilly Rothenburg plündern. Doch Altbürgermeister Georg Nusch überzeugte ihn durch das Leeren eines Glashumpens mit 3 ¼ Liter Wein, die Pläne zu stoppen. Das Festspiel „Der Meistertrunk“ erinnert heute noch daran. Dann versank die Stadt in den Dornröschenschlaf. Heute ist sie mit ihren historischen Gebäuden ein beliebtes Ziel bei Besuchern.

Die Initiative „Genießen ob der Tauber“ zeigt die Köstlichkeiten der Stadt. Bauern aus Franken und Hohenlohe liefern Produkte aus den Mühlen entlang der Tauber oder das Fleisch von Lämmern. Jäger kümmern sich um die Versorgung mit Wild. Gastwirte sorgen für die Veredelung von Speisen. Immer dazu gehört der Wein aus Franken und der Weinstraße Taubertal, verkostet in einer 3-er Weinprobe, dem „fränkischen Versucherle“. Unter dem Slogan „Handmade in Rothenburg“ präsentieren Betriebe ihre Waren, etwa die Delikatessen der Schokoladenmanufaktur von Alexander Hildebrand. Aber die größte Versuchung in Rothenburg, für die der Besucher auch im Winter dahinschmilzt, ist das legendäre Gebäck „Schneeballen“.

Lage

Die Kleinstadt in Mittelfranken liegt etwa 60 Kilometer westlich von Nürnberg am Rand des Naturparks Frankenhöhe, an der Schnittstelle von Burgenstraße und Romantischer Straße. Auch mehrere Radwanderwege führen zu dem perfekt erhaltenem Genussort, etwa der Taubertalradweg.

DAS ORIGINAL (Bild oben links)

Die original „Schneeballen“ der „Bäckerei Striffler“ aus feinem Mürbeteig werden in heißem Fett ausgebacken. Sie enthalten viele Eigelbe, Butter und Sahne, aber wenig Zucker und Mehl. Für ihr besonderes Aroma sorgt fränkischer Zwetschgenbrand. Sie sind nicht gefüllt, nur mit Puderzucker bestäubt und bleiben ein paar Wochen frisch. Früher wurden „Schneeballen“ meistens von den Landfrauen im Taubertal zu besonderen Festlichkeiten wie Taufe, Hochzeit oder Kirchweih gebacken.

ROTHENBURGER SCHNEEBALLEN (Bild oben rechts)

Mit Puderzucker bestäubt, serviert die „Bäckerei Striffler“, die es seit fast hundert Jahren gibt, das Traditionsgebäck. Urgroßvater Striffler brachte die „Schneeballen“ nach Rothenburg. Bei einer Backstubenführung erfahren Besucher, wie das Traditionsgebäck aus einem mürben Eierteig entsteht.

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