Markt Eisenheim – Weininsel an der Mainschleife – Iphofen

Tourlänge gesamt ca. 30 km

Auto:

Fahrtzeit gesamt ca. 30 Minuten

Fahrrad:

Fahrtzeit gesamt ca. 1 Stunde, 45 Minuten

Bahn/Bus:

Fahrtzeit gesamt ca. 2 Stunden (über Bergtheim und Rottendorf)

Markt Eisenheim, 97247

Im Herzen des Fränkischen Weinlands, zwischen dem Steigerwald und dem Spessart, liegt der Markt Eisenheim. Sanfte Bergrücken und markante Steillagen, bewachsen von Rebstöcken, prägen die weitläufige Umgebung, während sich in der Ebene zum Mainufer Obstbaumfelder und Ackerflächen abwechseln. Hier und da weiden Rinder oder Schafe auf saftigen Wiesen, riesige Pappeln und Erlen säumen den Flusslauf des Mains.

Ein langer Weinbergsgürtel umrahmt den Ort wie ein grüner Halbmond, an seinen Ausläufern ist er noch mit Streuobstbeständen bestickt. Namen wie Untereisenheimer Sonnenberg und Obereisenheimer Höll begeistern den Kennergaumen – es sind zwei der bekanntesten Lagen dieser Region. Früher wurden Weinberge und Gärten vor allem mit Quittenhecken eingefriedet. Eine vollständig erhaltene Flurstückseinfriedung, wie sie in Bayern sonst kaum noch zu finden ist, liegt in der Eisenheimer Lage des Kühbergs, direkt an einem Wanderweg, welcher den Genussort mit dem ehemaligen Kloster der Augustinusschwestern auf der Vogelsburg verbindet.

Ob Weinreben oder Obstbäume, die Früchte profitieren sehr von der Bodenbeschaffenheit und dem Klima im Maingau, so dass es im Grunde nur noch ein gutes Händchen braucht: Die Erzeugung von Lebens- und Genussmitteln ist eng mit den Zyklen der Natur getaktet. Während die Rebstöcke in den Sommermonaten geduldig im Sonnenlicht heranreifen, ist die Steinobsternte in vollem Gange. Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen oder Ringlo werden frisch verkauft oder traditionell zu einer Maische gemahlen, die später in Fässern vergoren wird, um sie dann in der kalten Jahreszeit zu edlen Bränden zu destillieren. Im September, zu Beginn der Weinlese, herrscht Hochsaison – alle Winzer werden tatkräftig bei der Ernte unterstützt. Im Oktober dann ziehen die Kleinbrenner und Obstbauern hinaus in die Flur, um spätreife Mostäpfel, Birnen oder Quitten von den Baumfeldern aufzulesen, welche dann eingemaischt oder zu Fruchtwein gekeltert werden.

Auch die Baukultur bietet Sehenswertes. Beliebt sind die zwei Kirchen im Zentrum der beiden Ortskerne, sie spiegeln die katholisch und evangelisch geprägte Glaubensgeschichte wieder und ragen hoch über die Dächer von Unter- und Obereisenheim empor. Vom Gotteshaus „Maria Himmelfahrt“ in Untereisenheim steht noch immer der älteste Teil aus dem Mittelalter, dessen Unterbau mit Spitzbogenfenstern aus dem frühen 15. Jahrhundert versehen ist. In Obereisenheim entstand auf dem Fundament der mittelalterlichen Ulrichskapelle im Jahre 1496 eine Kirche als Saalbau, mit achteckigem Spitzhelm als Turm. Einzigartig ist das Deckengemälde: Es stammt aus der Zeit der Errichtung und wurde noch nie übermalt.

Kulinarische Genüsse und kulturelle Ereignisse stehen in Eisenheim das ganze Jahr über ganz oben auf dem Kalender. Das Genussfest „Fisch und Wein“ zelebriert diese besondere Verbindung, die ganz ohne Steaks und Bratwürste auskommt. Seit 20 Jahren findet zur Weinlese auch der „Kulturherbst Untereisenheim“ statt. Eine beliebte Anlaufstelle ist die traditionelle Gaststätte „Zum Schiff“ in Obereisenheim, mit fränkischen Spezialitäten wie Meefischli und – raffinierten Quitten-Kreationen. Für die moderne kreative Küche steht dagegen das im Hundertwasserstil erbaute Weingut Hirn mit seiner Heckenwirtschaft.

Schon beim Spaziergang durch die Straßen und Gassen wird klar, dass Quittengehölze allgegenwärtig sind – hier als Baum und Strauch, dort als Spalier und Hecke. Hunderte Gläser Quittengelee werden jährlich von Privatleuten im Ort fabriziert, und auch die gewerblichen Genussmanufakturen bereiten diesem Nischenobst hier eine Bühne. Als zeitlose Frucht bringt die Quitte ihr markantes Aroma in traditionellen Produkten zur Geltung, in Form von Gelee, Mus oder Essig, bis hin zu Quittenmost, Quittenlikör und Quittenbrand, aber auch in modernen Genusskreationen: Ein Beispiel ist das MUSTEA Quittenlamm vom Quittenhof Untereisenheim: eine fränkische Lammbratwurst im Glas, die mit einem pürierten Quittenmus verfeinert wird, das ihr ganz neue Geschmacksaromen verleiht.

Viele schöne Heckenwirtschaften und romantische Biergärten – natürlich mit hervorragender Weinkarte – lohnen den Besuch im Markt Eisenheim. Wer hier verweilt, lernt die Quitte endgültig als heimliche Geliebte im Fränkischen Weinland schätzen. Rund um den Markt werden alte Streuobstbestände geschützt und immer wieder junge Bäume von seltenen Birnen- und Apfelsorten in der Flur gepflanzt. So befinden sich in einem Garten über 100 Quittenvarietäten – vermutlich das größte Sortiment der Gattung Cydonia oblonga in Europa.

Auch bei der Beweidung liegt das Augenmerk auf Nachhaltigkeit: Der Bio-Quitten-Betrieb Wittur zum Beispiel lässt Wiesen und Baumfelder von selten gewordenen Coburger Fuchsschafen beweiden. Und die Gemeinde sorgt dafür, dass Waldrandstreifen und Streuobstwiesen, Gräben und brachliegende Flächen den Bienen, Schmetterlingen und Insekten zuliebe erst ab Mitte September gemulcht werden.

Übrigens ist das auch eine gute Jahreszeit, um Markt Eisenheim zu besuchen: Denn im Rahmen des Untereisenheimer Kulturherbstes findet auch der beliebte Genussmarkt statt.

Die passende Erlebnistour für jede Besuchergruppe vermittelt gerne Genussbotschafterin Margitta Dosch-Selbold: Sei es ein Rundgang durch die mit Quitten gespickte Weinlandschaft oder ein Exkurs in die geheimnisvolle Welt des Destillierens.

Nostalgiefreunden sei noch die Fahrt mit der Mainschleifenbahn empfohlen, die mit ihren über 50 Jahren sehr gemütliche Impressionen vermittelt: Der Bahnhof Eisenheim liegt ziemlich genau in der Mitte der Strecke, zwischen den Endpunkten Seligenstadt und Volkach-Astheim.

Link zu Google Maps:

>> Markt Eisenheim

Touristinformation:

www.eisenheim.de

Gastronomie:

Gasthaus zum Schiff
Hirtengasse 3
(Obereisenheim)
u.v.a.

 

Erzeuger:
  • Heckenwirtschaft – Weingut Hirn, Dipacherstraße 8 (Untereisenheim)
  • Edelbrandbrennerei Thomas Gehering, Weinbergstraße 4 (Untereisenheim)
  • Historische Brennerei Dieter Amling, Langgasse 5 (Untereisenheim)
Initiativen und Kleinunternehmen:
  • Gästeführerin Weinerlebnis, Franken Margitta Dosch-Sebold, Josef-Walter. 6, 97247 Untereisenheim
  • MUSTEA Quittenhof, Kirchgasse 5, 97247 Untereisenheim

Nächstes Ziel: Weininsel an der Mainschleife

gesamt ca. 6,7 km

Auto:

Fahrtzeit gesamt ca. 9 Minuten

Fahrrad:

Fahrtzeit gesamt ca. 25 Minuten

Bahn/Bus:

Fahrtzeit gesamt ca. keine Verbindung

Weininsel an der Mainschleife, 97334

Die Weininsel liegt südwestlich von Volkach, zwischen einer 12 km langen Flussschleife des Mains  und dem 6 km langen Mainkanal, der die Flusschleife als Durchstich zwischen Volkach und Gerlachshausen abkürzt. Auf der dadurch entstandenen Insel liegen die Orte Sommerach und Nordheim am Main sowie der Volkacher Ortsteil Hallburg. Über drei Brücken ist die Insel gut zu erreichen. Fahrradfahrer gelangen über den ausgeschilderten Mainwanderweg auf die Insel, der idyllisch entlang des Altmains und den Weinhängen führt. Es gibt auch eine seilgeführte Autofähre, die zwischen Escherndorf und Nordheim ganzjährig verkehrt.

Hier ist der Main nicht nach Wasserbauvorschrift gefestigt, Weiden und Schilf prägen die Ufer, an denen viele seltene Vogelarten nisten. Auf den Streuobstwiesen der Umgebung gedeihen alte Obstsorten, welche auf der Weininsel u.a. zu Destillaten weiterverarbeitet werden – allein in Nordheim gibt es 130 Brennrechte. Die Hallburg, die auf einem Bergkamm thront, ist von einem bewaldeten Naturschutzgebiet umgeben, das als Rückzugsort für Waldtiere dient. Einprägsam ist der Blick von der Insel auf die Prallhänge der berühmten Steillage „Escherndorfer Lump“ und die majestätische Vogelsburg auf der gegenüberliegenden Seite des Altmains. Hier hatten einst die Augustinusschwestern begonnen, den Weinbau im ökologischen Sinne zu betreiben. Davon profitiert die Weininsel noch heute – sie gilt als Zentrum des ökologischen Weinbaus. So ist auch das Landschaftsbild: Rundum Weinberge, Weinberge, Weinberge – und ein bisschen Wald.

Die Ortschaften auf der Weininsel lohnen jeden Besuch. Sommerach ist geprägt von barocken Bauten, herrschaftlichen Höfen und denkmalgeschützten Fachwerkhäusern. Der Ortskern ist umrahmt von einer Wehrmauer aus dem 15. und 16. Jh. mit mehreren Tortürmen. Mit dem Weinanbau hat man hier schon viel früher angefangen – 1084. Der Winzerkeller Sommerach eG beherbergt die älteste Genossenschaft Frankens, die auch zu den ältesten Deutschlands zählt.

In Nordheim stellt der Zehnthof den historischen Mittelpunkt des Dorfes dar. Benediktinermönche der nahegelegenen Abtei Münsterschwarzach fingen im Jahre 1585 an, eine prächtige Flügelanlage mit anmutenden Dachreitern zu bauen. Der dazugehörige Holzfasskeller im Untergeschoss ist wie die restaurierte Zehnthofkapelle einen Besuch wert. Das moderne Pendant dazu ist die DIVINO Vinothek, welche 2003 erbaut wurde.

Was man bei allen Weininselbewohnern sofort spüren kann, ist ihre Heimatverbundenheit. Nicht nur der Weinanbau, auch die fränkische Küche wird hochgehalten. Rund 30 Gasthäuser und Heckenwirtschaften, überwiegend familiengeführt, verwöhnen den Gast kulinarisch mit einerseits traditionellen Gerichten, bringen aber auch neue, frische Kreationen auf den Teller. Kuchen und Torten werden selbst gebacken, alte Rezepte aus Urgroßmutters Zeiten werden nachgekocht. Im Frühjahr stehen Spargelgerichte auf der Karte, heimische Fische wie Waller und Karpfen sind dagegen im Herbst ein rechter Gaumenschmaus.

Link zu Google Maps:

>> Weininsel an der Mainschleife

Gastronomie:
  • Weinrestaurant und Romantikgarten Schloss Hallburg, Schloss Hallburg 5 (Volkach)
  • DIVINO Zehnthof, Hauptstraße 2 (Nordheim am Main)
  • Gasthaus „Zur Sonne“, Hauptstraße 18 (Nordheim am Main)
  • Gasthof „Zum Schwan“, Hauptstraße 10 (Sommerach)
  • Gasthof „Zum Weißen Lamm“, Hauptstraße 2 (Sommerach)
  • Hotel Markert, Am Rain 22 (Nordheim am Main)
Erzeuger:
  • Weingut Rothe, Heerweg 6 (Nordheim)
  • Weingut Borst, Am Rain 16 (Nordheim)
  • Weingut Bunzelt, Heerweg 12 (Nordheim)
  • Weingut Roßdeutscher, Langgasse 19 (Nordheim)
  • Winzerkeller Sommerach eG, Zum Katzenkopf 1 (Sommerach)
  • Weingut Graf von Schönborn, Schloss Hallburg (Volkach) u.v.a.
Initiativen und Kleinunternehmen:
  • Touristikrat Nordheim, Dietmar Rohmfeld (Nordheim)
  • Weinbauverein Nordheim, Am Rain 16 (Nordheim)
  • WeinGenießerClub Nordheim e.V., Rosenstraße 30 (Volkach)
  • Gemeinschaft der Heckenwirtschaften, Weinbergstraße 42 (Nordheim)

Nächstes Ziel: Iphofen

gesamt ca. 23,3 km

Auto:

Fahrtzeit gesamt ca. 23 Minuten

Fahrrad:

Fahrtzeit gesamt ca. 1 Stunde, 19 Minuten

Bahn/Bus:

Fahrtzeit gesamt ca. 2 Stunden, 7 Minuten (über Bahnhof Volkach, Kitzingen)

Iphofen, 97346

Wo das Fränkische Weinland in den Steigerwald übergeht, liegt die romantische Weinstadt Iphofen im Landkreis Kitzingen. Der historische Ortskern mit komplett erhaltener Wehranlage, verwinkelten Gassen und stolzen Bürgerhäusern lädt zum Entdecken und Genießen ein, besonders natürlich mit seinen Gasthäusern und Genussmanufakturen, allem voran den vielen Winzern.

Der Ort verfügt über ein großes Netz an lokalen Rundwanderwegen (150 km) und liegt am Premiumwanderweg (Steigerwald Panoramaweg), zudem gibt es mehrere Lehrpfade, TraumRunden und Naturerlebniswege. Eine beliebte Anlaufstelle für Besucher ist das Mittelwald-Informationszentrum an der Bildeiche, einer imposanten alten Eiche. Neben dem Naturerlebnisweg geben ein Schaumittelwald und ein Informationspavillon Einblicke in das Kulturerbe Mittelwald.

Besondere Eindrücke erwarten Besucher auf dem Iphöfer Geschichtsweinberg. Hier sind die wichtigsten Epochen im fränkischen Weinbau zu erkunden, vom späten Mittelalter bis zu den 1960er Jahren. In den verschiedensten Lebensräumen – von Trockenmauern aus Muschelkalk bis zur Hecken-Streuobstwiese mit längst vergessen geratenen Obstsorten – sind selten gewordene Tier- und Pflanzenarten zu beobachten.

Außerdem bietet sich ein fantastischer Ausblick auf Iphofen und das Fränkisches Weinland.

Nur 20 Gehminuten vom Geschichtsweinberg entfernt genießen Sie am Aussichtsturm terroir f einen weiteren magischen Blick auf die Weinberge. Unter dem Motto „Die Ferne so weit. Der Wein so nah. Wein verbindet.“ steht hier der weltweite Weinanbau im Fokus.

Genießen Sie den Wein und die Spezialitäten der Region, sie sind hier wahre Identitätsstifter. Hinter jeder Flasche Wein steht eine Winzerpersönlichkeit, hinter jedem Weingut eine Familiengeschichte. Zu den bekannten Weinlagen zählen Julius-Echter-Berg, Kronsberg, Kalb und Domherr, sie stehen weltweit für die Qualität der Iphöfer Weine. Nicht wenige der Südhänge haben 60-70 % Steigung! Interessierte Gäste können samstags an Weinbergs-, Weingut- und Kellereiführungen teilnehmen. Und natürlich darf gekostet werden. Allein die Vinothek Iphofen präsentiert auf 600 m2 Fläche in einem denkmalgeschützten Altbau im Herzen der Stadt die Spitzenprodukte von 20 Iphöfer Winzern – neben Weinen auch Winzersekte, Destillate und Trester.

Doch nicht nur die Winzer setzen selbstbewusste Akzente, wenn es darum geht, Traditionen zu pflegen oder sie neu zu interpretieren. Lokale Metzger stellen Bärlauch-, Rotwein- oder Zwetschgenbratwürste, Bio-Charolais-Rindfleisch sowie andere Leckereien her. Winzer und Konditoren verführen mit Weinpralinen oder – schokolade. Eine Iphöfer Spezialität sind Produkte vom Eichelschwein wie Wurstwaren, luftgetrockneter Schinken, Brotzeitspeck oder Salami. Auf der Fränkischen Feinschmeckermesse präsentieren fränkische Genussmanufakturen auch Neuheiten wie Rosenkäse, Meerrettichbeiser oder Eichelschweinvariationen. Wer sich lokale Genusserzeugnisse mit nach Hause nehmen will, kauft bei den Erzeugern ab Hof, im Feinkostladen der Vinothek oder in den jeweiligen Online-Shops.

Zur Nachhaltigkeit leistet man in Iphofen übrigens auch in punkto Energieversorgung seinen Beitrag. Ein Hackschnitzelheizwerk versorgt die wichtigsten städtischen Einrichtungen wie Schule, Altenbetreuungszentrum, Karl-Knauf-Halle, Hallenbad etc. mit Fernwärme.

Die Verkehrsanbindungen sind gut. Mit dem Auto ist es nicht weit zur A3 und A7, vom Bahnhof Iphofen gibt es eine stündliche Bahnverbindung nach Nürnberg und Würzburg.

Link zu Google Maps:

>> Iphofen

Touristinformation:

www.iphofen.de

Gastronomie:

Iphöfer Wirte sind auf der Iphöfer Website aufgelistet und auch auf Veranstaltungen wie Fränkischer Feinschmeckermesse oder Iphöfer Weinfreundschaften präsent, hier Adressen aufzulisten, würde den Rahmen sprengen.

www.iphofen.de/urlaub/essen-trinken/

Erzeuger und Direktvermarkter:



Alle Adressangaben wurden von den einzelnen Genussorten zur Verfügung gestellt und für die Tourenvorschläge vollständig übernommen. Eine Haftung für Vollständigkeit und Richtigkeit wird nicht übernommen.“

Bayerisches Staatsministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten