Bad Feilnbach – Rohrdorf – Oberes Isental (Erding)

Tourlänge gesamt ca. 76 km

Auto:

Fahrtzeit gesamt ca. 1 Stunde, 10 Minuten

Fahrrad:

Fahrtzeit gesamt ca. 3 Stunden, 52 Minuten

Bahn/Bus:

Fahrtzeit gesamt ca. 3 Stunden, 18 Minuten

Bad Feilnbach, 83075

Auftakt zu dieser Genusstour ist das Apfelparadies am nördlichen Rand der Alpen, zu Füßen des 1.838 m hohen Wendelsteins – Bad Feilnbach. Es ist das einzige Obstanbaugebiet Deutschlands mit rein ökologischem Obstanbau. Rund 25.000 Obstbäume wachsen auf dem Gemeindegebiet, größtenteils auf Streuobstwiesen, mit circa 200 verschiedenen Apfel- und Birnensorten. Der Ort verfügt außerdem über 120 private Brennereirechte – die meisten in ganz Bayern gemessen an der Einwohnerzahl. Außerdem verfügt diese Kurgemeinde über ein eigenes Moor, dessen natürliche Heilkräfte dem Menschen auch in Moorbädern und Moorpackungen zugute kommen.

Wer spielerisch eintauchen und mehr über diese Biotopform erfahren will, besucht am besten die Moorerlebnisstation „Sterntaler Filze“. Das Moor ist ein Naturschutzgebiet und zählt zum LIFE-Natur-Projekt „Rosenheimer Stammbeckenmoore“ (www.life-rostam.de). Aber nicht nur am feuchten Boden rechts und links vom Bohlenweg der Station lässt sich Neues entdecken. Wer das Bergpanorama rund um den mächtigen Wendelstein genauer betrachtet, wird sie erkennen: die schlafende Jungfrau. Sie bildet die malerische Kulisse für den Ort Bad Feilnbach.

Der Apfel ist die unumstrittene Nummer Eins unter den Obstsorten und das Markenzeichen für die gesamte Region. Er schmeckt gut und ist vitaminreich, das hilft in der kalten Jahreszeit, fit zu bleiben. Die Bad Feilnbacher Obstbauern pflücken die Früchte noch in Handarbeit von ihren Bäumen und verkaufen die Äpfel erntefrisch in den Hofläden oder verarbeiten sie zu köstlichem Saft, feinen Likören und Obstbränden oder schmackhaften Marmeladen und Gelees. Auch die Gaststätten schenken dem Apfel bei der Zusammenstellung ihrer Gerichte viel Aufmerksamkeit. Für hochwertige Qualität ist gesorgt. Bei der Aktion „Einischaun“, eigens organisiert von der Kur- und Gästeinformation, kann man einen Blick hinter die Kulissen der traditionellen Verarbeitung werfen. Besuchen Sie z.B. die Mosterei des Meisterhofes Seebacher oder probieren Sie das Apfelbrot der Imkerei Irner. Sie züchtet wie viele andere Imker der Region Bienenköniginnen, die mit ihren Völkern die Blüten der Obstbäume bestäuben und für eine fruchtbare Ernte sorgen.

Im Herbst ist in Bad Feilnbach immer was los. Ende September, Anfang Oktober finden die kulinarischen Apfelwochen bei den sechs „Kreativ & Köstlich Gastwirten“ statt. Dort werden feine Schmankerl rund um das heimische Obst angeboten. Jährlich, am zweiten Oktoberwochenende lockt Bayerns größter Apfelmarkt an drei Tagen rund 40.000 Besucher in die Gemeinde. Dann gibt es nicht nur rund 200 Sorten ökologisch angebauter Äpfel und Birnen zu sehen und zu kosten, sondern auch jede Menge Folgeprodukte wie Schnäpse, Liköre, selbstgemachte Marmeladen. Auch andere regionale Erzeugnisse wie Käse, Speck, Blumen, Kräuter, Öle und Essig werden angeboten, Korbmacher und Federkielsticker präsentieren ihre Waren und an einem Handwebstuhl kann die traditionelle Verarbeitung von Schafwolle bestaunt werden.

Aber auch in der ersten Hälfte des Jahres lohnt sich ein Besuch: Einen besonderen Akzent setzen die „Kreativ & Köstlich“ Gastwirte mit den kulinarischen Filmtagen, die jedes Jahr von Januar bis Mai oder Juni stattfinden und 2012 mit dem bayerischen Innovationspreis ausgezeichnet wurden.

Sie wollen die Gerichte rund um den Apfel gerne zuhause nachkochen oder -backen? Schmackhafte Rezepte und kreative Anregungen für Eingemachtes und Eingewecktes finden sich in den Kochbüchern der Wirtin Agnes Pfeiffenthaler. Erhältlich sowohl in ihrem Hofladen „Alchemilla“ als auch online: www.alchemilla-hofladen.de

 

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>> Bad Feilnbach

Touristinformation:

Rathausplatz 1, 83075 Bad Feilnbach
Tel. 08066 887-14

Gastronomie:

Eine Sparte des Kur- und Tourismusvereins Bad Feilnbach e.V.:

Erzeuger:

Zahlreiche Bauernhöfe mit Hofladen

Initiativen und Kleinunternehmen:

Nächstes Ziel: Rohrdorf

gesamt ca. 19 km

Auto:

Fahrtzeit gesamt ca. 15 Minuten

Fahrrad:

Fahrtzeit gesamt ca. 50 Minuten

Bahn/Bus:

Fahrtzeit gesamt ca. 1 Stunde, 15 Minuten

Rohrdorf, 83101

Im Westen der Inn und das Wendelsteingebiet, im Osten der Chiemsee, im Süden der Rücken des Samerberges und im Norden das Rosenheimer Becken: Rohrdorf ist eingebettet in die sanfte Hügellandschaft der oberbayerischen Voralpen. Mitten durch das Gemeindegebiet führt die Deutsche Alpenstraße, Radrouten wie der Fernradweg Bodensee-Königssee queren den Ort und auch eine Route des Jakobsweges verläuft hier.

Neben Getreideanbau, Forstwirtschaft und Viehhaltung sind Streuobstwiesen typisch für die Gemeinde – oftmals sogar in Kombination mit der Milchviehhaltung. In Rohrdorf selbst ist die Jakobuskirche mit ihrem barocken Hochaltar und der Jakobusfigur zu besichtigen, die aus den Händen des Meisters von Rabenden stammt, einem der bedeutendsten, aber namentlich nicht weiter bekannten süddeutschen Bildhauer. Auch der Rohrdorfer Pfarrhof mit seinem eleganten Krüppelwalmdach verdient Erwähnung. Das Ensemble des Rohrdorfer Bauernhausmuseum rund um den Graswegerhof aus dem Jahr 1727 wird vom Trachtenverein gepflegt: Dauer- und Sonderausstellungen geben Einblicke in das bäuerliche Leben der Vergangenheit.

Seit Jahrhunderten haben hier Viehzucht, Obstanbau und auch Fischzucht Tradition, und bis heute steht die handwerkliche Verarbeitung der Erzeugnisse im Vordergrund. Das Filetieren der Fische – zum Beispiel bei der Fischzucht Hefter – geschieht nicht maschinell, sondern von Hand. Obstbrände, Marmeladen und Säfte werden meist auch vom Hof der Erzeuger verkauft. Alle arbeiten Hand in Hand. Der Dorfbäcker mahlt das Roggenvollkorn, das der Bio-Landwirt anbaut – oder röstet die Haselnüsse für den Nussgeist. In der hauseigenen Metzgerei des Hotels zur Post wird noch selbst geschlachtet. Auf den Märkten der Region können einzelne Stationen aus der Weiterverarbeitung lokaler Erzeugnisse übrigens eindrucksvoll besichtigt werden.

Auch bei der Vermarktung geht man eigene Wege: Zahlreiche Obstbauern der Region haben sich in der ORO Obstverwertung (ORO = Obstverwertung Rohrdorf/Oberbayern) zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und eine eigene Marke geschaffen, die im ganzen südöstlichen Oberbayern bekannt ist. Interessantes Detail: Die ORO nimmt selbst kleinste Obstmengen aus privaten Baumbeständen entgegen. Deshalb kann die Verarbeitung der eigenen Äpfel Schritt für Schritt, vom Aussortieren und Waschen über die Dekanterpressung bis zur Kurzzeiterhitzung und Abfüllung, mit verfolgt werden.

Wie sehr die Menschen hinter den Erzeugnissen ihrer Region stehen, lässt sich schon an den Produktnamen ablesen: „Geiginger Apfelbrand“ und „Geiginger Stadllikör“ stammen aus der Hofbrennerei beim Graz’n aus Geiging. Die „Lichtfelder Weckerl“, Brötchen aus Vollkornweizen in Bio-Qualität, sind nach dem Flurnamen „Lichtfeld“ benannt. Und das „Achentaler Bauernbrot“ verdankt seinen Namen dem Fluss „Rohrdorfer Achen“. Eine eigene Getreidesorte gibt es natürlich auch, den „Rohrdorfer Weizen“ – er erscheint schon in Schriftquellen des 18. Jahrhunderts. So tragen die Erzeuger den Herkunftsort ihrer Produkte weit über die Ortsgrenzen hinaus. Wie z.B. auch die Landwirte F. Steiner und J. Krapf: Sie produzieren aus diversen Obstbrandsorten und mit Freilandeiern vom eigenen Hof einen sehr schmackhaften Eierlikör, der oft als Zutat beim Kuchenbacken verwendet wird.

In der Küche der Region ist vor allem der Apfel das ganze Jahr über präsent – ob als Apfelmus, -strudel oder -schmarrn, oder als abrundende Zutat zum Spanferkel bzw. in Blau- und Sauerkraut. Darüber hinaus wird jede Jahreszeit mit saisonalen Gerichten gewürdigt. Im Herbst gibt es Zwetschgenröster, im Winter Apfelglühwein und Früchtepunsch oder ein frisch gebackenes Apfelbrot – ein Dinkel- Vollkornbrot, das mit Äpfeln, Mandeln, Nüssen und Sesam Energie spendet, im Sommer erfrischenden Eistee.

Auch aussortiertes, für die Nahrungsmittelproduktion nicht verwertbares Obst wird genutzt: In der Biogasanlage entsteht Ökostrom daraus. Der Umgang mit erneuerbaren Energiequellen ist gerade für kleinere Betriebe schon lange selbstverständlich. Die Schwaigermühle z.B. gewinnt seit über 100 Jahren Strom aus Wasserkraft und speist ihn auch ins örtliche Netz ein. Der Großteil der Energie wird in der Gemeinde Rohrdorf vom 1960 in Betrieb genommenen Innkraftwerk gewonnen.

 

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>> Rohrdorf

Touristinformation:

Ansprechpartner: Simon Hausstetter
Achentalstraße 16
83101 Rohrdorf
Tel. 08032 1518
hausstetter.simon@t-online.de

Gastronomie:
  • Hotel zur Post
  • Christl´s Restaurant & Café

 

Erzeuger:
  • Hofbrennerei „Beim Graz`n“,  Familie Westner
  • Schwaigermühle, Familie Haimmerer
  • Fischzucht und Imkerei Hefter
  • Imkerei Fortner
  • Imkerei Weierer
  • Dorfbäcker Rohrdorf
  • Wolfgang Sattelberger
  • Bäckerei Gredler
  • Landwirt Georg Steiner
  • Landwirtschaft Familie Krapf
  • Landwirtschaft Familie Steiner (Ortsteil Ranhartstetten)
  • Obstbrennerei Hauser (Immelberg)
  • Obstbrennerei Huber (Sachsenkam)
  • Obstbrennerei Summerer
Initiativen und Kleinunternehmen:
  • GTEV Achentaler Rohrdorf
  • Obst und Gartenbauverein Rohrdorf
  • Fischereiverein Rohrdorf
  • Bienenzuchtverein Höhenmoos
  • Obst- und Gartenbauverein Höhenmoos
  • Gewerbeverband Rohrdorf

Nächstes Ziel: Oberes Isental (bei Erding)

gesamt ca. 58 km

Auto:

Fahrtzeit gesamt ca. 1 Stunde

Fahrrad:

Fahrtzeit gesamt ca. 3 Stunden

Bahn/Bus:

Fahrtzeit gesamt ca. 3 Stunden

Oberes Isental, 91327

Südöstlich von Erding warten bunt blühende Wiesen, idyllische Täler und reizvolle Ziele mit viel Geschmack auf Entdeckungshungrige: Mit feinen Genussadressen lockt das Isental, alle liegen entlang der Radtour SkulpTour II, welche unter anderem die Gemeinden Isen, St. Wolfgang und Dorfen verbindet.

Das Isental ist eines der letzten naturbelassenen Täler in Bayern mit stark mäandrierendem, unreguliertem Flusslauf und einer einmaligen Tier- und Pflanzenwelt. Stark gefährdete Arten wie der Brachvogel sind hier beheimatet. Auf der rechten Flussseite liegen die Endmoränen der letzten Eiszeit mit bis zu 620 m hohen Erhebungen, während sich auf der linken Flussseite das Hügelland mit fruchtbaren Ackerböden und saftigen Weiden erstreckt.

Zu den kulinarischen Leckerbissen zählt hier Schmalzgebackenes, darunter „Schuxn“, „Hauberling“ und „Hasenohren“. Dies geht zurück auf den historischen Einfluss des Bistums Salzburg, dessen Herrschaftsgebiet einst bis ins Isental reichte. Traditionsbewusste Gasthöfe wie der „Schex“ in St. Wolfgang sind bereits mehrfach für ihre regionale Küche ausgezeichnet worden. Zwei ortsansässige Brennereien – Pointner und Franzl, ebenfalls Preisträger – haben auf einer Anhöhe in ihrem Obstgarten einen Verkostungspavillon eingerichtet, zusammen mit internationalen Künstlern. Er liegt direkt im Quellgebiet der Isen. Ein weiterer heimischer Betrieb, die Hofbrennerei Oberkorb, ist für seine Destillate sogar weltbekannt („Destille of the Year“ 2015). Um die „Edition Toxique“ herzustellen, werden seltene Früchte wie Attich, Hirschholunder oder Gemeiner Schneeball in Wildsammlung geerntet.

Die Isentaler Betriebe haben einen ausgeprägten Manufakturcharakter, meist kann man von Mikromanufakturen sprechen. Höchstmögliche Qualität zu erzielen geht über alles. Dazu kommt: Erzeuger und Gaststätten arbeiten eng zusammen, um traditionelle und moderne Rezepturen gemeinsam umzusetzen. Das gilt auch für das Bräu z’Loh, eine kleine familiengeführte Brauerei in Dorfen. Ihre Bierspezialitäten, darunter das Kellerbier mit feiner Hopfensorte, sind sehr beliebt. Unbedingt zu erwähnen ist eine weitere Spezialität der Region, die Hinterberger Torte. Sie ist längst auch in Koch- und Backbüchern außerhalb der Region Isental zu finden und zergeht Genießern auf der Zunge.

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>> Oberes Isental

Touristinformation:

Ansprechpartner: Andreas Franzl
Oberkorb 1
84405 Dorfen,
Tel. 08086 1371
info@hofbrennerei.de

Gastronomie:
  • Gasthof Klement
  • Gasthaus zum Schex Wirt z’Loh
Erzeuger:

Landwirte:

  • Andreas Franzl (Oberkorb)
  • Klaus Franzl, Biobetrieb Heumilchkäse
  • Georg Hartinger, Biobetrieb (Hodersbeg)
  • Siglinde und Benedikt Pointner, Obstbau (Pemmering)

Obstbrennereien:

  • Andreas Franzl, Ausbildung und Seminare (Oberkorb)
  • Siglinde und Benedikt Pointner (Pemmering)
  • Heumilchkäserei Franzl (Urtlfing)

Brauereien und Genusshandwerk:

  • Bräu z Loh; Brauerei Bachmayer (Dorfen)
  • Bäckerei Hoferer (Grüntegernbach)
  • Metzgerei Feckl (Schwindkirchen)
  • Johannes Senf
Initiativen und Vereine:
  • Stadt Dorfen
  • Gemeinde Isen
  • Gemeinde St. Wolfgang
  • Landkreis Erding als Träger des Obstlehrgartens in St. Wolfgang
  • Bauernmarkt Dorfen
  • Bauernmarkt Isen
  • Tagwerk Verbraucher- und Erzeuger-Gemeinschaft



Alle Adressangaben wurden von den einzelnen Genussorten zur Verfügung gestellt und für die Tourenvorschläge vollständig übernommen. Eine Haftung für Vollständigkeit und Richtigkeit wird nicht übernommen.“

Bayerisches Staatsministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten