Genussorte im Regierungsbezirk Oberpfalz

AMBERG

Familiensache

Viele deutsche Brauereien gehören inzwischen global agierenden Konzernen. Nur an den gewaltigen Stadtmauern der Stadt Amberg haben sie sich bislang die Zähne ausgebissen. Das liegt an sechs Familien, ihrer Geschichte und einigen ganz besonderen Qualitäten

REGIONALMACHT

Der Ringwall der Stadt legt sich wie ein schützendes Band um den Stadtkern. Vielleicht ist diese Mauer der Grund dafür, dass die Amberger heute zwar über die Stadtgrenzen hinaus agieren, sich aber auch immer stark auf ihre Traditionen und den regionalen Markt konzentrieren. „Wir liefern mit unserem Fuhrpark nur nach Amberg und in einem Umkreis von 50 Kilometern“, so Maximilian Winkler, 27, von der „Brauerei Winkler“. Nachhaltigkeit und die Nutzung von kurzen Transportwegen werden hier gelebt.

Wie die „Brauerei Bruckmüller“ und die Gastronomiebrauerei „Schloderer“ befindet sich der Betrieb im Altstadtkern. Die Brauerei „Kummert“, die Brauerei „Sterk“ sowie die „Sudhang“-Brauerei sind auch nicht weit vom Zentrum der Stadt entfernt.

Grund für die frühe Ansiedlung von Brauereien war die Lage inmitten von Ackerland und großen Hopfenanbaugebieten. Schon 1490 wird das Brauhandwerk hier urkundlich erwähnt. 1617 erhielt die Stadt das Weißbierprivileg – eine Besonderheit, denn das Recht auf das Brauen von Weizenbier hatte damals der bayerische Landesherr.

Lage

Der Genussort Amberg in der Oberpfalz liegt 60 Kilometer östlich von Nürnberg an der Autobahn A 6. Hier laufen etwa der 5-Flüsse-Radweg, der Radfernweg Bayern-Böhmen und der Schweppermann-Radweg entlang. Die Stadt gehört zum Verband „Bayerische Eisenstraße“, der historische Industrie- und Kulturdenkmäler hervorhebt.

HISTORISCHES HANDWERK (Bild oben links)

Braumeister Maximilian Winkler (hier mit Mutter Angelika Winkler) ist ein Fan von exzellentem Handwerk: „Es ist toll, dass jeder heute wissen will, wie Biere entstehen. Das passt zu der jahrhundertealten Tradition des Brauhandwerks in Amberg.“ Die sechs Brauereien der traditionsreichen Stadt stellen insgesamt über 50 Biere her, Winkler braut zehn davon, neu etwa das hervorragende „Helle Freude“. Den „Winkler Bräu“ gibt es seit 1617, sogar das Sudhaus ist noch aus dieser Zeit.

GESCHÜTZT (Bild oben rechts)

Durch Eisenerzbergbau wurde Amberg im 17. Jahrhundert reich, baute eine Stadtmauer und wurde so fast nie belagert. Die Ringmauer ist fast vollständig erhalten, zusammen mit vielen historischen Gebäuden. Im ehemaligen Franziskanerkloster befindet sich die „Brauerei Bruckmüller“ mit Wirtshaus sowie das Stadttheater.

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